Der Einsatz des PCs in der Grundschule Bustedt

Vor dem Hintergrund einer sich wandelnden Lebenswirklichkeit mit ihrer medial geleiteten Sozialisation wird die Bedeutung von Medien-, Informations- und Kommunikationskompetenzen sowohl für schulischen und privaten Erfolg als auch für den späteren Einstieg in den Beruf und das Berufsleben selbst immer deutlicher. Teil der Schlüsselkompetenzen, die ein jede Schülerin und ein jeder Schüler braucht, um in einer ihm gemäßen Form an der Wissensgesellschaft teilhaben zu können, ist dabei die wachsende Vertrautheit mit den neuen Medien und den Informations- und Recherchemöglichkeiten durch das Internet. Zum Programm der Grundschule Bustedt gehört es daher, den Kindern von Beginn der Grundschulzeit an und systematisch Kompetenzen für den Umgang mit neuen Medien und dem Internet zu vermitteln.

Rechtliche Rahmenbedingungen und Beschlusslage

Das Schulministerium hatte vorgegeben, dass alle Schulen ein Medienkonzept bis zum Jahre 2004 erarbeiten und beschließen. Dementsprechend beschloss die Grundschule Bustedt im März 2003 ihr Medienkonzept. Auf diesem fußt das vorliegende Dokument, das als seine Fortführung zu verstehen ist.

Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler

Seit dem Schuljahr 2003/2004 werden die Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler mittels Selbsteinschätzung regelmäßig erfasst, wobei die im Maßnahmenprogramm vereinbarten Anforderungen an die Schülerinnen und Schüler differenziert nach den zunehmenden Anforderungen der Schuljahre abgefragt werden (s. Anlage 11 sowie Anlagen 12 und 13 [Auswertung]). Ferner werden Angaben zur häuslichen Verfügbarkeit und Nutzung der neuen Medien erhoben (s. Anlagen 12 und 14).

Die Ergebnisse der Befragung werden in Übersichten erschlossen und ermöglichen Aussagen
- zum Stand des einzelnen Kindes in seiner Klasse und zu seiner Entwicklung
- zur Nutzung des PCs in den verschiedenen Fächern einer Klasse
- zum Vergleich einer Klasse mit anderen Klassen desselben Schuljahres sowie
- zum Vergleich einer jeden Klasse mit der entsprechenden Klasse des vorangegangenen Schuljahres

Generell ergibt sich eine wachsende Vertrautheit mit dem PC und ein zunehmend souveräner Umgang. Im Einzelnen bestehen jedoch auch deutliche Unterschiede. Diese können zurückzuführen sein auf Unterschiede bei häuslichen Vorerfahrungen der Kinder wie auch auf Unterschiede bei dem Einsatz der Medien in einzelnen Schulfächern. Durch den intensiven Einsatz der neuen Medien in der Grundschule Bustedt hat sich die Chancengleichheit der Kinder spürbar verbessert.

Medienausstattung in der Grundschule Bustedt

Nach einer Phase erheblicher Investitionen mittels privatem Sponsoring, dann auch durch das nennenswerte Engagement der Stadt Bünde ist die Ausstattung mit PCs und Druckern inzwischen dem Bedarf entsprechend. Der Zugriff auf das Internet ist ebenfalls in ausreichendem Maße gegeben. Ein für die Bünder Grundschulen einheitliches Softwarepaket rundet die Medienausstattung ab (s. Anlage 15). Geplant ist die Aufstockung um weitere Software (s. Anlage 16).

Aktuell verfügt die Grundschule Bustedt über ein Netzwerk, in dem sich die Kinder unter ihrem Namen anmelden und dann in einer individualisierten Benutzeroberfläche arbeiten, sodass ein systematischer Gebrauch der neuen Medien sowohl im Medienraum wie auch in den in allen Klassenräumen befindlichen Medienecken in allen Phasen des Unterrichts und methodisch vielfältig möglich ist. Davon wird fortlaufend Gebrauch gemacht, wodurch sich der PC an der Grundschule Bustedt als Hilfsmittel in einem und für einen modernen Unterricht fest etabliert hat.

Qualifizierung des Kollegiums

Neben der Medienausstattung und den sich daraus ergebenden Möglichkeiten des unterrichtlichen Einsatzes ist die Qualifizierung des Kollegiums von besonderer Bedeutung. Ziel ist es, zu einem vergleichbar kompetenten Einsatz der neuen Medien in allen Klassen zu kommen und das Kollegium entsprechend zu qualifizieren. Seit dem Schuljahr 2002/2003 werden daher kontinuierlich interne und externe Fortbildungen zu der Thematik durchgeführt. Dieses dauert an und gestaltet sich im Schuljahr 2005/2006 derart, dass die Medienbeauftragte der Grundschule Bustedt fortlaufend an Netzwerkschulungen teilnimmt. Die dort erworbenen Kenntnisse werden an das Kollegium weiter gegeben. Bei der täglichen Anwendung steht die Medienbeauftragte allen Kolleginnen beratend zur Seite.

Unsere Vision zum Einsatz der neuen Medien

Die Grundschule Bustedt folgt bei dem Umgang mit dem PC einer Vision (vgl. Abb. 9).
Diese Vision korrespondiert mit dem übergeordneten Ziel der Grundschule Bustedt, allen Kindern eine grundlegende Medien-, Informations- und Kommunikationskompetenz zu vermitteln und zugleich für Chancengleichheit aller Kinder zu sorgen.

Um dies zu gewährleisten, sollen sie während ihrer Grundschulzeit lernen, den PC
- als Übungsgerät
- als Schreibwerkzeug
- als Informationsquelle
- als Mittel zur Kommunikation und
- als Medium zur Förderung der Kreativitätzu nutzen.


Abb. 9 - Umgang mit dem PC

Maßnahmen und ihre Evaluation

Um diese übergeordneten Ziele zu erreichen, vereinbarte das Kollegium 2003 ein Maßnahmenprogramm, an das ein Zeitplan geknüpft ist.

Die Qualität einer solchen Zielvereinbarung hängt davon ab, wie in der Folgezeit die Zielerreichung festgestellt wird und welche Schlüsse aus der Evaluation gezogen werden. Ferner ist mit schnellen, teils sogar sprunghaften Entwicklungen der Technologie zu rechnen.

Die Grundschule Bustedt nimmt daher regelmäßig interne Selbstevaluationen des Einsatzes digitaler Medien und des Maßnahmenprogramms vor. Dazu stellt das Kollegium am Ende eines jeden Jahres den Zielerreichungsgrad fest.

Konkret bedeutet dies, dass die Selbsteinschätzungen der Kinder im zweijährigen Rhythmus ausgewertet werden und ihre Relevanz für das Medienkonzept der Grundschule Bustedt bewertet wird.

Die Entwicklung des individuellen Leistungsbildes der Schülerinnen und Schüler gibt dabei Aufschluss darüber, inwieweit es der Grundschule Bustedt gelingt, den Einsatz des PC für die Schülerinnen und Schüler zu einer Bereicherung ihrer Lern- und Lebenswelt werden zu lassen und sie auf die Herausforderungen der weiteren Schulzeit in ihrer persönlichen Lebensformung vorzubereiten. Die Zielerreichung der für die Unterrichtsentwicklung vorgesehenen Maßnahmen steht somit in direktem Verhältnis zur Stimmigkeit des Medienkonzepts. Entsprechend werden Maßnahmenprogramm und Zeitplan nach Bedarf — in der Regeln alle zwei Jahre — aktualisiert.

Die Zielerreichung kann auch Anhaltspunkte für den Weiterbildungsbedarf des Kollegiums geben. Daher gilt: Wenn es bei der Evaluation von durchgeführten Maßnahmen möglich erscheint, den Zielerreichungsgrad in bestimmten Klassen oder Fächern zu verbessern, werden entsprechende Maßnahmen in der Fachkonferenz und im Kollegium vereinbart.

2003 hat das Kollegium erstmalig ein Maßnahmenprogramm vereinbart, das im Schuljahr 2003/2004 umgesetzt und Ende des Schuljahres evaluiert wurde. Eine Weiterentwicklung hat sich aus der im Schuljahr 2004/2005 geänderten Medienausstattung (sowohl Hardware- als auch Software) ergeben. Unterstützend wurde für jede Klasse verbindlich zur Stundentafel eine wöchentliche Stunde PC-Unterricht eingeführt.

Die Umschreibung des Maßnahmenprogramms für die Schuljahre 2005/2006 und 2006/2007 erfolgt auf Basis der geänderten Hardware- und Softwareausstattung und unter Beachtung der Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler (vgl. Abb. 10 und 11). Diese werden durch die Ende des Schuljahres 2004/2005 durchgeführte Evaluation deutlich (s. Anlage 12).

Geplant ist die Evaluation des aktuellen Maßnahmenprogramms Ende des Schuljahres 2006/2007.

Abb. 10: Mediennutzungskonzept für Klassen 1/2

 

Abb. 11: Mediennutzungskonzept für Klassen 3/4